Aktienanalyse: Lockheed Martin (LMT)

Lockheed Martin profitiert von 230 Mrd. USD Auftragsbestand und steigender Nachfrage nach Raketenabwehr. Die Aktie ist finanziell robust, aber die erwartete Erholung bei Gewinn und Cashflow ist im Kurs bereits teilweise eingepreist.

Aktienanalyse: Lockheed Martin (LMT)Bild: KI-generiert

Lockheed Martin profitiert von außergewöhnlich hoher Nachfrage und einem Rekordauftragsbestand. Gleichzeitig haben sich Margen und Bilanzspielraum gegenüber den stärkeren Jahren verschlechtert. Nach dem Kursanstieg 2026 bezahlt die Aktie einen Teil der erwarteten operativen Erholung bereits im Voraus.

1. Schnellüberblick

Lockheed Martin entwickelt und produziert militärische Luftfahrzeuge, Raketen, Radarsysteme, Hubschrauber, Satelliten und integrierte Verteidigungssysteme. Der Konzern arbeitet primär für die US-Regierung, das US-Verteidigungsministerium und verbündete Staaten.

KennzahlWert
NameLockheed Martin Corporation
TickerLMT
WKN894648
ISINUS5398301094
LandUSA
SektorIndustrials
IndustrieAerospace & Defense
Marktkapitalisierungca. 138,0 Mrd. USD
Dividendenrenditeca. 2,3 %
KGV (TTM)ca. 22,0
KUV (TTM)ca. 1,8

Die Stammdaten stammen von der Deutschen Börse, die aktuellen Bewertungskennzahlen aus den zuletzt verfügbaren Marktdaten vom 13. August 2026.

2. Unternehmensportrait

2.1 Geschichte & Gründung

Die Wurzeln von Lockheed Martin reichen bis in das Jahr 1912 zurück. Glenn L. Martin gründete damals die Martin Company, während Allan und Malcolm Lockheed im selben Jahr die spätere Lockheed Aircraft Company aufbauten. Beide Unternehmen entwickelten sich über Jahrzehnte zu bedeutenden Luftfahrt- und Rüstungskonzernen.

Das heutige Unternehmen entstand am 15. März 1995 durch die Fusion von Lockheed und Martin Marietta. Die Fusion war eine Reaktion auf sinkende US-Verteidigungsausgaben nach dem Ende des Kalten Krieges. Die Branche musste sich konsolidieren, Kosten senken und größere Programme mit weniger Auftraggebern bewältigen.

Diese Herkunft erklärt die heutige Stellung des Konzerns. Lockheed Martin verfügt über jahrzehntelange Beziehungen zu Regierungsbehörden, große Entwicklungsabteilungen und eine installierte Basis von Systemen, die nur schwer kurzfristig ersetzt werden kann.

2.2 Geschäftsmodell

Lockheed Martin arbeitet in vier Geschäftssegmenten: Aeronautics, Missiles and Fire Control, Rotary and Mission Systems sowie Space.

Aeronautics ist mit rund 30,3 Mrd. USD Umsatz im Jahr 2025 das größte Segment. Dazu gehören unter anderem die F-35, F-16-Programme, militärische Transportflugzeuge und unbemannte Systeme. Das Segment stand 2025 für rund 40 % des Konzernumsatzes.

Missiles and Fire Control erzielte 2025 rund 14,5 Mrd. USD Umsatz. Hier liegen die Bereiche Raketenabwehr, Präzisionswaffen, taktische Flugkörper und bodengestützte Verteidigungssysteme. Dieses Segment profitiert derzeit besonders von höheren Produktionsvolumina bei PAC-3, THAAD und weiteren Raketenprogrammen.

Rotary and Mission Systems umfasst Hubschrauber, Schiffs- und Unterwassersysteme, Radare, Cybersecurity und integrierte Kommando- und Kontrollsysteme. Space liefert Satelliten, Raketenwarnsysteme und strategische Raumfahrtsysteme.

Die wirtschaftliche Besonderheit liegt in der langen Laufzeit vieler Programme. Neue Systeme werden über Jahre entwickelt, produziert, gewartet und modernisiert. Das schafft hohe Umsatzsichtbarkeit. Es schützt aber nicht vollständig vor Problemen: Festpreisverträge, technische Verzögerungen, Kostensteigerungen und nachträgliche Neubewertungen können die Marge einzelner Programme stark belasten.

2.3 Branche & Segmente (GICS)

Nach GICS gehört Lockheed Martin zum Sektor Industrials und zur Industrie Aerospace & Defense. Diese Einordnung passt besser als eine reine Technologieklassifizierung, obwohl der Konzern in vielen Bereichen mit künstlicher Intelligenz, Sensorik, Software und autonomen Systemen arbeitet.

Die vier Segmente sorgen für eine gewisse Streuung. Das Unternehmen bleibt aber stark von staatlichen Auftraggebern abhängig. Veränderungen im US-Verteidigungsbudget, politische Prioritäten, Haushaltsstreitigkeiten oder neue Beschaffungsregeln wirken deshalb direkt auf das Geschäftsmodell.

Die 2025er Umsatzverteilung zeigt die Gewichtung: Aeronautics rund 40 %, Missiles and Fire Control rund 19 %, Rotary and Mission Systems rund 23 % und Space rund 17 %.

3. Historische Kursentwicklung

Die Lockheed-Martin-Aktie stieg 2021 und 2022 deutlich, bevor sie 2023 korrigierte und 2024 sowie 2025 weitgehend seitwärts lief. Der Markt honorierte lange Zeit die hohe Dividende, die stabilen Regierungsaufträge und den starken Cashflow. Gleichzeitig wurde zunehmend sichtbar, dass einzelne Programme die operative Marge belasten können.

2026 kam wieder Bewegung in den Kurs. Am 22. Juni lag die Aktie noch bei 493,60 USD. Nach den besser als erwarteten Quartalszahlen vom 23. Juli sprang der Kurs an diesem Tag um rund 10,5 % auf 568,59 USD. Am 13. August schloss die Aktie bei 598,01 USD. Die Aktie lag damit rund 24 % über dem Schlusskurs von Ende 2025.

Die Kursentwicklung zeigt einen klaren Stimmungswechsel. Der Markt bewertet Lockheed Martin nicht mehr nur nach den schwachen Margen des Jahres 2025, sondern nach der erwarteten Erholung im Raketen- und Verteidigungsgeschäft. Das erhöht den Druck auf die kommenden Quartale. Wenn die operative Verbesserung ausbleibt, fällt nicht nur der Gewinn aus, sondern auch die Begründung für die höhere Bewertung.

Die Lockheed-Martin-Aktie

Interaktiver Kursverlauf-Chart für Die Lockheed-Martin-Aktie (USD).

USD

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4. Fundamentalanalyse

4.1 Ergebnisentwicklung – letzte fünf Geschäftsjahre

Lockheed Martin ist in den vergangenen fünf Jahren gewachsen, aber nicht mit gleichbleibender Qualität. Der Umsatz nahm zu, während Gewinnmargen und Kapitalrenditen zwischenzeitlich deutlich nachgaben.

Kennzahl20212022202320242025
Umsatz67,04 Mrd. USD65,98 Mrd. USD67,57 Mrd. USD71,04 Mrd. USD75,05 Mrd. USD
Umsatzwachstum2,5 %-1,6 %2,4 %5,1 %5,6 %
EBIT9,06 Mrd. USD8,39 Mrd. USD8,57 Mrd. USD7,02 Mrd. USD7,69 Mrd. USD
EBIT-Marge13,5 %12,7 %12,7 %9,9 %10,2 %
Nettogewinn6,32 Mrd. USD5,73 Mrd. USD6,92 Mrd. USD5,34 Mrd. USD5,02 Mrd. USD
Nettomarge9,4 %8,7 %10,2 %7,5 %6,7 %
EPS verwässert22,80 USD21,63 USD27,57 USD22,31 USD21,49 USD
Free Cash Flow7,70 Mrd. USD5,52 Mrd. USD6,37 Mrd. USD5,80 Mrd. USD7,66 Mrd. USD
Dividendenrendite2,99 %2,35 %2,69 %2,64 %2,78 %

Der Umsatz stieg zwischen 2021 und 2025 um rund 12 %. Das ist für einen bereits gewaltigen Verteidigungskonzern ordentlich, aber kein außergewöhnliches Wachstum. 2022 schrumpfte der Umsatz sogar leicht, bevor höhere Produktionsvolumina und neue Programme die Entwicklung wieder beschleunigten.

Die Gewinnentwicklung war schwächer. Die EBIT-Marge fiel von 13,5 % im Jahr 2021 auf 9,9 % im Jahr 2024. 2025 erholte sie sich leicht auf 10,2 %. Der Nettogewinn lag 2025 trotzdem noch deutlich unter dem Wert von 2023. Lockheed Martin musste unter anderem eine Pensionsbelastung und Verluste bei einzelnen Programmen verarbeiten. Der offizielle Jahresbericht weist für 2025 rund 5,0 Mrd. USD Nettogewinn und 21,49 USD Gewinn je Aktie aus.

2026 sieht die Gewinnreihe wieder besser aus. Für die vergangenen zwölf Monate weist StockAnalysis 77,01 Mrd. USD Umsatz, 6,29 Mrd. USD Nettogewinn, 27,14 USD Gewinn je Aktie und 8,73 Mrd. USD Free Cashflow aus. Das erklärt, warum das aktuelle KGV trotz des Kursanstiegs nicht stärker gestiegen ist.

Der freie Cashflow wurde für die Tabelle aus dem operativen Cashflow abzüglich der Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte berechnet. Die SimFin-DERIVED-Reihe weicht davon ab. Die offizielle Lockheed-Martin-Angabe für 2025 lag nach einer Pensionszahlung bei rund 6,9 Mrd. USD. Die Werte sind deshalb nicht vollständig identisch abgegrenzt.

Umsatz und Nettogewinn

Datentabelle anzeigen
Umsatz und Nettogewinn
ZeitraumUmsatz (Mrd. USD)Nettogewinn (Mrd. USD)
FY 201959,816,23
FY 202065,406,83
FY 202167,046,32
FY 202265,985,73
FY 202367,576,92
FY 202471,045,34
FY 202575,055,02

4.2 Bilanzqualität und Kapitalrenditen – letzte fünf Geschäftsjahre

Die Bilanz ist nicht schwach, aber sie hat sich weniger komfortabel entwickelt als der Auftragsbestand. Das Gesamtvermögen stieg, während liquide Mittel und Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme niedrig bleiben.

Kennzahl20212022202320242025
Gesamtvermögen50,87 Mrd. USD52,88 Mrd. USD52,46 Mrd. USD55,62 Mrd. USD59,84 Mrd. USD
Liquide Mittel3,60 Mrd. USD2,55 Mrd. USD1,44 Mrd. USD2,48 Mrd. USD4,12 Mrd. USD
Total Current Assets19,82 Mrd. USD20,99 Mrd. USD20,52 Mrd. USD21,85 Mrd. USD25,36 Mrd. USD
Langfristige Schulden11,67 Mrd. USD15,43 Mrd. USD17,29 Mrd. USD19,63 Mrd. USD20,53 Mrd. USD
Eigenkapital gesamt10,96 Mrd. USD9,27 Mrd. USD6,84 Mrd. USD6,33 Mrd. USD6,72 Mrd. USD

Das Gesamtvermögen nahm von 50,87 auf 59,84 Mrd. USD zu. Die liquiden Mittel lagen 2025 mit 4,12 Mrd. USD wieder deutlich über dem Tiefpunkt von 2023. Der operative Cashflow hilft Lockheed Martin dabei, die Bilanz trotz hoher Ausschüttungen und Aktienrückkäufe zu stabilisieren.

Weniger komfortabel ist die Entwicklung bei den langfristigen Schulden. Sie stiegen von 11,67 auf 20,53 Mrd. USD. Gleichzeitig sank das Eigenkapital von 10,96 auf 6,72 Mrd. USD. Das liegt auch an umfangreichen Aktienrückkäufen und negativen Positionen im sonstigen Eigenkapital. Die Folge: Der ROE sieht sehr hoch aus, misst aber nicht nur operative Qualität, sondern auch die kleine Eigenkapitalbasis.

Die Entwicklung der Kapitalrenditen und der Liquiditätskennzahlen zeigt deshalb ein differenzierteres Bild.

Kennzahl20212022202320242025
ROE (adj.)57,6 %60,8 %99,9 %82,9 %73,7 %
ROA (adj.)12,4 %10,7 %13,0 %9,4 %8,3 %
ROIC25,1 %23,3 %27,7 %22,6 %21,5 %
Current Ratio1,421,321,211,131,09
Net Debt/EBITDA0,771,331,602,071,88

Der bereinigte ROIC bleibt mit 21,5 % hoch, liegt aber klar unter dem Niveau von 2021 und 2023. Lockheed Martin verdient weiterhin gutes Geld auf dem eingesetzten Kapital. Die Rendite ist aber nicht mehr so stark wie in den Jahren, in denen die großen Programme besonders profitabel liefen.

Der ROE von 73,7 % darf nicht isoliert als Beweis für außergewöhnliche Qualität gelesen werden. Das Eigenkapital ist im Verhältnis zum Gesamtvermögen gering. Dadurch kann bereits ein moderater Nettogewinn eine hohe Eigenkapitalrendite erzeugen. Der aktuelle TTM-ROE von rund 89 % ist aus demselben Grund nur eingeschränkt mit kapitalintensiveren Unternehmen vergleichbar.

Das Net Debt/EBITDA-Verhältnis von 1,88 ist noch beherrschbar. Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei rund 17,6 Mrd. USD. Der berechnete Free Cashflow von 7,66 Mrd. USD würde diese Nettoverschuldung rechnerisch in gut zwei Jahren decken. Der Puffer ist damit vorhanden, aber die Bilanz ist nicht schuldenfrei. Eine längere Phase mit schwachen Margen würde die Flexibilität bei Rückkäufen und Dividenden einschränken.

Für Privatanleger bedeutet das: Die hohe Kapitalrendite ist ein Pluspunkt, aber sie darf nicht ohne Blick auf Eigenkapitalbasis, Verschuldung und Vertragsrisiken gelesen werden. Bei Lockheed Martin zählt nicht nur, wie viel Gewinn entsteht, sondern auch, wie stabil er nach Programmkorrekturen und Investitionen bleibt.

4.3 Dividende und Ausschüttungspolitik – letzte fünf Geschäftsjahre

Lockheed Martin zahlt seit vielen Jahren regelmäßig Dividende und hat die Ausschüttung 2026 auf 3,45 USD je Quartal erhöht. Die Dividende ist ein wichtiger Bestandteil der Rendite, aber kein Ersatz für operative Verbesserung.

Kennzahl20212022202320242025
Dividende je Aktie10,65 USD11,42 USD12,22 USD12,84 USD13,46 USD
Ausschüttungsquote46,6 %52,6 %44,2 %57,3 %62,4 %

Die Ausschüttungsquote stieg 2025 auf rund 62 %. Das ist noch tragfähig, lässt aber weniger Spielraum als 2021 oder 2023. Die offiziell ausgezahlte Dividende lag 2025 bei 13,35 USD je Aktie. Für 2026 ergibt sich aus vier Quartalszahlungen von jeweils 3,45 USD eine annualisierte Dividende von 13,80 USD. Bei einem Kurs von 598,01 USD entspricht das rund 2,3 %.

5. Bewertungsanalyse

Die Aktie ist nach dem Kursanstieg 2026 kein klassischer Schnäppchenfall. Die Bewertung bleibt durch die erwartete Gewinn- und Cashflow-Erholung begründbar.

KennzahlWert
KGV (TTM)ca. 22,0
Forward-KGVca. 19,3
KUV (TTM)ca. 1,8
EV/Salesca. 2,0
ROE (aktuell)ca. 89 % TTM, durch geringe Eigenkapitalbasis verzerrt
Dividende je Aktie (letztes abgeschlossenes GJ)13,35 USD

Ein KGV von rund 22 ist für einen etablierten Rüstungskonzern nicht niedrig. Die Aktie wird damit ungefähr auf dem Bewertungsniveau gehandelt, das auch Ende 2022, 2024 und 2025 sichtbar war. Gegenüber den günstigeren Jahren 2021 und 2023 ist der Bewertungsaufschlag deutlich.

Das Forward-KGV von etwa 19 setzt voraus, dass die Gewinnverbesserung tatsächlich eintritt. Lockheed Martin erwartet für 2026 einen verwässerten Gewinn je Aktie von rund 29,95 bis 30,65 USD. Der Markt bezahlt damit nicht nur die heutigen Gewinne, sondern einen großen Teil der angekündigten Erholung.

Das KUV von 1,8 und das EV/Sales-Verhältnis von rund 2 wirken auf den ersten Blick moderat. Bei einem Rüstungskonzern zählt aber stärker, wie viel Umsatz nach Programmrisiken, Materialkosten, Pensionen und Vertragskorrekturen als Gewinn übrig bleibt. Ein niedriger Umsatzmultiplikator schützt deshalb nicht automatisch vor Margenproblemen.

Das aktuelle Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei rund 15,7. Dieser Wert ist wegen der kleinen Eigenkapitalbasis und der Aktienrückkäufe nur eingeschränkt aussagekräftig. Er zeigt aber, dass die Börse Lockheed Martin nicht wegen eines großen bilanziellen Sicherheitspuffers bewertet, sondern wegen zukünftiger Gewinne und Cashflows.

Für Privatanleger wirkt die Aktie damit wie ein finanzstarker Qualitäts- und Cashflow-Wert mit bereits eingepreister Erholung. Der Kurs ist nicht spekulativ hoch wie bei einem unprofitablen Wachstumsunternehmen. Er bietet aber auch keinen großen Schutz, falls die operative Erholung hinter der Prognose zurückbleibt.

6. Chancen und Risiken

6.1 Chancen

  1. Der Auftragsbestand von 230 Mrd. USD entspricht mehr als dem Dreifachen des 2025er Umsatzes. Das schafft hohe Umsatzsichtbarkeit, auch wenn ein Auftragsbestand nicht automatisch Gewinn bedeutet.
  2. Missiles and Fire Control profitiert von steigenden Produktionsvolumina bei PAC-3, THAAD und Precision Strike Missile. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Segmentumsatz um 19 %, der operative Gewinn um 24 %. 
  3. Die Modernisierung von Luftverteidigung und Raketenbeständen sorgt für zusätzliche Nachfrage aus den USA und verbündeten Staaten.
  4. Lockheed Martin verfügt über langjährige Kundenbeziehungen, komplexe Zulassungen und eine große installierte Basis. Diese Faktoren erschweren es neuen Wettbewerbern, den Konzern kurzfristig zu verdrängen.
  5. Die Kombination aus Dividende, Aktienrückkäufen und freiem Cashflow schafft auch dann Rendite, wenn das Umsatzwachstum nicht außergewöhnlich hoch ausfällt.

6.2 Risiken

  1. Die Margen und Kapitalrenditen lagen 2025 deutlich unter den besten Jahren. Die Erholung 2026 muss zeigen, ob es sich um eine dauerhafte Verbesserung oder nur um einen günstigen Vergleich mit dem schwachen Vorjahr handelt.
  2. Festpreisverträge und technische Verzögerungen können einzelne Programme stark belasten. Die Verluste bei Hubschrauber- und klassifizierten Programmen haben 2024 und 2025 gezeigt, wie schnell sich das Ergebnis verändern kann.
  3. Die Abhängigkeit von US-Regierungsaufträgen macht Lockheed Martin anfällig für Haushaltsstreitigkeiten, neue Beschaffungsregeln, politische Prioritäten und mögliche Budgetkürzungen.
  4. Ein KGV von rund 22 und ein Kursanstieg von etwa 24 % seit Jahresbeginn 2026 lassen wenig Raum für enttäuschende Prognosen.
  5. Die Nettoverschuldung ist gestiegen, während die Eigenkapitalbasis niedrig bleibt. Bei schwächeren Cashflows müsste das Management Rückkäufe und Ausschüttungen stärker gegen den Kapitalbedarf abwägen.

7. Fazit und Einschätzung

Lockheed Martin besitzt eine außergewöhnlich starke Marktstellung. Der Auftragsbestand ist hoch, die Nachfrage nach Raketen- und Verteidigungssystemen wächst und der zweite Quartalsbericht 2026 zeigt eine klare operative Verbesserung. Dazu kommen ein belastbarer Cashflow und eine seit vielen Jahren steigende Dividende.

Die Schwächen liegen bei Margen, Vertragsrisiken und Bilanzpuffern. Der hohe ROE sieht beeindruckend aus, wird aber durch das niedrige Eigenkapital verstärkt. Gleichzeitig ist die Aktie mit einem KGV von 22 und einem Forward-KGV unter 20 nicht mehr günstig bewertet.

Für die redaktionelle Einordnung bleibt Lockheed Martin damit ein finanziell robuster Rüstungskonzern, dessen Erholung an der Börse bereits weitgehend vorweggenommen wurde. Die Aktie ist qualitativ interessant, aber der Sicherheitspuffer liegt nicht im Kurs. Er muss aus weiter steigenden Cashflows, stabilen Margen und einer erfolgreichen Umsetzung der großen Verteidigungsprogramme entstehen.

Häufige Fragen

 Was macht Lockheed Martin genau?

 Lockheed Martin entwickelt und produziert militärische Flugzeuge, Raketen, Radarsysteme, Hubschrauber, Satelliten und integrierte Verteidigungslösungen. Der wichtigste Auftraggeber ist die US-Regierung.

 Warum ist der Auftragsbestand von Lockheed Martin so wichtig?

 Der Auftragsbestand von rund 230 Mrd. USD schafft hohe Umsatzsichtbarkeit. Er zeigt, dass viele Programme bereits beauftragt sind. Er garantiert aber nicht automatisch eine bestimmte Gewinnmarge.

 Zahlt Lockheed Martin eine Dividende?

 Ja. Die annualisierte Dividende liegt 2026 bei 13,80 USD je Aktie. Beim Kurs von rund 598 USD entspricht das einer Dividendenrendite von etwa 2,3 %.

 Wie haben sich die Margen entwickelt?

 Die EBIT-Marge sank von 13,5 % im Jahr 2021 auf 9,9 % im Jahr 2024 und erholte sich 2025 leicht auf 10,2 %. 2026 zeigen die Quartalszahlen eine stärkere operative Entwicklung.

 Ist die Lockheed-Martin-Aktie günstig bewertet?

 Günstig wirkt sie nicht. Das KGV liegt bei rund 22, das Forward-KGV bei etwa 19. Die Bewertung setzt voraus, dass Umsatz, Gewinn und Free Cashflow 2026 weiter steigen.

 Ist die Bilanz von Lockheed Martin solide?

 Die Bilanz ist beherrschbar, aber nicht besonders konservativ. Die Nettoverschuldung liegt bei rund 17,6 Mrd. USD, während die liquiden Mittel bei etwa 4,1 Mrd. USD liegen.

 Was ist das größte Risiko der Aktie?

 Das größte Risiko liegt in einer Kombination aus hoher Bewertung und enttäuschender Programmausführung. Wenn Margen oder Cashflows hinter den Erwartungen zurückbleiben, kann der Markt die aktuelle Prämie schnell hinterfragen.

Diese Analyse dient ausschließlich redaktionellen Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, keine Kaufempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren dar. Trotz sorgfältiger Aufbereitung kann keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben übernommen werden. Besonders marktbezogene Kennzahlen wie Marktkapitalisierung, Dividendenrendite, KGV, KUV oder EV/Sales sollten vor einer Veröffentlichung beziehungsweise Investitionsentscheidung noch einmal tagesaktuell verifiziert werden.

Letzte Aktualisierung am 18.08.2026 um 21:23 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Andreas Stegmüller

Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

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