Börsenlexikon
Liquiditätsfalle
Liquiditätsfalle einfach erklärt: Warum niedrige Zinsen nicht immer Nachfrage auslösen und was das für Geldpolitik und Anleger bedeutet.
Kurz erklärt: Von einer Liquiditätsfalle spricht man, wenn sehr niedrige Zinsen die Nachfrage und Investitionen kaum noch anregen. Haushalte und Unternehmen halten dann lieber Liquidität, weil sie mit schwacher Konjunktur, fallenden Preisen oder hoher Unsicherheit rechnen.
So funktioniert es
Die klassische Zinssenkung verliert in dieser Lage an Wirkung: Kredite werden zwar günstiger, aber nicht automatisch nachgefragt. Zentralbanken greifen deshalb häufig zusätzlich zu Anleihekäufen, klarer Kommunikation oder anderen unkonventionellen Maßnahmen.
Praxisbeispiel
Ein niedriger Leitzins ist kein automatisches Kaufsignal für Aktien. In einer schwachen Wirtschaft können Unternehmensgewinne und Risikobereitschaft gleichzeitig unter Druck stehen. Entscheidend ist, ob Kreditnachfrage, Investitionen und Inflation tatsächlich reagieren.
Worauf Anleger achten sollten
Trenne die volkswirtschaftliche Liquiditätsfalle von der Marktliquidität eines Wertpapiers. Das eine beschreibt die Wirksamkeit von Geldpolitik, das andere die Handelbarkeit eines konkreten Instruments.