Besser als Lottospielen: Der NerdMiner v2

Es ist ein Milliardengeschäft für den Staat und dennoch der Traum vieler: Einfach einen Lottoschein ausfüllen und diesen über Jahre hinweg regelmäßig spielen, um irgendwann einmal nicht nur einen Kleckerbetrag zu kassieren, sondern mit gleich mehreren Millionen Euro als Lottomillionär hervorzugehen. Im letzten Jahr konnten sich zu diesem Personenkreis bundesweit immerhin 187 Menschen bei den staatlich erlaubten Lotterien zählen. Im Schnitt wurden mindestens drei Personen pro Woche zu Neu-Millionären gemacht. Insgesamt gaben die Spieler dafür stolze 7,97 Milliarden Euro aus.

Der größte Umsatzanteil mit rund 3,84 Milliarden Euro entfiel wieder einmal mehr auf den Klassiker 6aus49. Fast 200 neue Lottomillionäre binnen nur eines Jahres mag zunächst nach viel klingen, dem gegenüber stehen aber auch 7,12 Millionen Menschen, die regelmäßig spielen – eine große Menge gegenüber der kleinen Zahl an Lotto-Millionären. Noch ernüchternder wird der Blick auf die tatsächliche Gewinnchance, denn die liegt bei sechs Richtigen und der gleichzeitig korrekten Superzahl bei lediglich 1:139.838.160, also bei etwa 1:140 Millionen. Die Wahrscheinlichkeit entspricht in etwa der, wie 10,5 mal hintereinander eine 6 zu würfeln, oder aber ein Haar von 100 Menschen richtig zu ziehen.

Ein normaler Lottoschein besteht aus zwölf Tippfeldern und kostet für eine Ziehung 14,40 Euro zusätzlich der jeweiligen Bearbeitungsgebühr für die Landeslotteriegesellschaft. Die Spielscheine können immer für Samstag und Mittwoch eingereicht werden. Wer an beiden Ziehungstagen vier Mal hintereinander und damit etwa einen Monat lang spielen möchte, bezahlt somit 115,20 Euro zuzüglich der abhängigen Bearbeitungsgebühr – nicht gerade ein Schnäppchen.

Die Alternative: Solo-Mining mit Bastelcomputer

Wer mit ebenfalls recht geringem Arbeitsaufwand, jedoch viel geringeren Kosten und ähnlicher Gewinnchance viel Geld verdienen möchte, dem empfehlen wir einen Blick auf das Solo-Mining von Bitcoin mit einem kleinen, sehr sparsamen Gerät zu werfen. Ein solcher ist das Projekt NerdMiner von BitMaker, das in Verbindung mit einem günstigen Entwicklerboard, einem kleinen Display und einem Gehäuse gerade einmal 30 Euro in der Anschaffung* kostet und nicht einmal 5 Euro im Jahr trotz Dauerbetrieb an Stromkosten generiert.

Theoretisch hat man damit im Schnitt alle zehn Minuten die Möglichkeit, bis zum nächsten Halving 6,25 Bitcoin einzustreichen. Das entspricht bei einem Kurs von derzeit rund 25.000 US-Dollar fast 160.000 US-Dollar. Der kleine Miner wird über USB-C mit Strom versorgt und erreicht eine Hashrate von ca. 22 KH/s, womit in der Stunde immerhin 600 Shares generiert werden können.

Für den Anschluss an einen Miningpool ist das natürlich viel zu langsam. Im Solobetrieb kann man aber durchaus Glück haben, irgendwann vielleicht einen validen Block zu finden und vom Bitcoin-Netzwerk entlohnt zu werden. Hier gilt die Devise: Entweder es gibt 6,25 BTC oder aber man geht leer aus.

Tatsächlich dürfte Letzteres eher zutreffen, denn bei einer Rechenleistung von nur 0,022 MH/s bräuchte es bei der aktuellen Schwierigkeit von 52,35 T stolze 342 Milliarden Jahre, um einen Block zu finden. Man benötigt also einen langen Atem oder ganz viel Glück. Es ist wie Lottospielen – Lotterie-Mining eben.

Chance auf 6,25 BTC alle zehn Minuten

Der NerdMiner v2 ist ein OpenSource-Projekt und besteht zunächst aus einem T-Display-S3 samt ESP32-S3-TTGO-Entwicklungsboard von LILYGO, welches inklusive eines kleinen Gehäuses für ca. 30 Euro bei Amazon angeboten wird* und in der Regel direkt aus China kommt, womit der Versand ein paar Tage in Anspruch nehmen kann. Bei Aliexpress können die Teile jedoch auch einzeln erworben werden.

Dann muss das gute Stück über die USB-C-Verbindung mit der NerdMiner-v2-Software bespielt und die Verbindung zum eigenen WLAN-Netzwerk hergestellt sowie die eigene Bitcoin-Wallet-Adresse hinterlegt werden. Schon beginnt der NerdMiner mit seiner Arbeit.

Auf dem Display werden dann die aktuelle Mining-Geschwindigkeit angezeigt sowie die bereits erreichten Shares und die Uhrzeit. In einer späteren Firmwareversion lässt sich durch verschiedene Display-Anzeigen schalten, womit dann sogar die gesamte Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks, die aktuelle Blockzeit oder die Temperatur des Rechenchips angezeigt werden können und der Code besser auf die Hardware abgestimmt ist.

Das Projekt befindet sich noch in den Kinderschuhen, lässt sich dank einer großen Community allerdings einfach umsetzen.

Anleitung zum Selbstbau

Zunächst muss von GitHub die NerdMiner-v2-Software als ZIP-Datei heruntergeladen und entpackt werden. Danach schließt man das Entwicklerboard über ein USB-C-Kabel an ein Windows-System an und öffnet darauf im Chrome-Browser das ESPTool. Hier wählt man die langsamste Geschwindigkeit (11520) aus, lädt die vier bin-Dateien (Bootloader, Partitions, Firmware und boot_app0) aus dem Bin-Verzeichnis der ZIP-Datei herein und passt die Flash-Adressen auf die im jeweiligen Dateinahmen hinterlegten (0x000, 0x8000, 0x10000 und 0xe000) an. Mit Klick auf „Program“ startet dann der Übertragungsprozess an den NerdMiner.

Nach wenigen Minuten und einem automatischen Neustart des Entwicklerboards müssen im NerdMiner lediglich noch das eigene WLAN-Netzwerk und die Bitcoin-Adresse hinterlegt werden. Hierfür meldet man sich am besten mit seinem Smartphone direkt über den QR-Code, der im Display des NerdMiners angezeigt wird, an, oder verbindet sich händisch mit dem WLAN „NerdMinerAP“ und dem Passwort „MineYourCoins“. Auf der dann automatisch aufgehenden Konfigurationsseite können die Daten eingetragen werden. Nach einem Klick auf „Save“ startet der NerdMiner abermals neu und beginnt danach mit dem Bitcoin-Mining.

Sollte irgendwann einmal unter „Valid Blocks“ aus der Null eine Eins werden, werden automatisch 6,25 Bitcoin inklusive der Transaktionsgebühren an die hinterlegte Bitcoin-Adresse überwiesen. Die Chancen dafür stehen allerdings wie im Lotto sehr schlecht – man unterstützt so jedoch das Bitcoin-Netzwerk und ist somit ein Teil davon. Win-Win!

LILYGO T-Display-S3 ESP32-S3 LCD Display TTGO Entwicklungsboard Normalbildschirm mit schwarzem Gehäuse*
  • 【T-Display S3】Flash: 16 MB, PSRAM: 8 MB
  • 【Besonderheiten】Produkt verschweißt mit schwarzem Gehäuse
  • 【Weitere Informationen】github.com/Xinyuan-LilyGO/T-Display-S3
  • 【Programmierschritt】Detaillierte Programmierschritte für das T-Display S3 entnehmen Sie bitte dem Video: youtu.be/8uFAKa5bIyg
  • 【Aftermarket】Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben.

Letzte Aktualisierung am 22.04.2024 um 17:12 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

Alle Beiträge ansehen von Andreas Stegmüller →