27. November 2022

Diese Tools für das Tracking nutze ich

Wer seine Geldanlage selbst in die Hand nimmt, der möchte natürlich wissen, wie gut sie rentiert. Zwar zeigt jede Depotbank schöne Charts und Analysen auf, jedoch kann es hier immer wieder zu Verschiebungen und Verfälschungen kommen. Nach einem Depotübertrag stimmen die Einstandskurse (zumindest in der Weboberfläche) nicht mehr, die Neuanlage von Gewinn-Realisierung wird nicht berücksichtigt und selbst die Ausschüttung von Dividenden wird meist gar nicht protokolliert. Die Übersichten in den Weboberflächen von Depots sind damit nur ein grober Abstrich der tatsächlichen Performance.

Nachdem wir vor wenigen Tagen bereits Empfehlungen für Konten, Depots und Anbieter ausgesprochen hatten, legen wir nun unsere Tools offen, die wir für das Tracking der Performance nutzen.

MoneyMoney

Für den täglichen Überblick dient uns in erster Linie eine Banking-Software. Hier nutzen wir MoneyMoney, die allerdings ausschließlich für macOS erhältlich ist und rund 30 Euro kostet. Über sie können wir automatisch all unsere Kontosalden abrufen und jede Transaktion einer Kategorie zuweisen, um erfassen zu können, wohin unser Geld tatsächlich fließt.

Das Tool unterstützt nicht nur gängige Banken und erlaubt teilweise sogar das Ausführen von Überweisungen, sondern kommt über den PSD2-Abruf auch mit exotischeren Anbietern, wie beispielsweise Crypto.com, Revolut oder Weltsparen und Zinspilot, zurecht. Außerdem gibt es die Möglichkeit, ein Offline-Konto zu führen, um jede Transaktion händisch eintragen zu können. Das machen wir mit Bargeld-Transaktionen.

Outbank

Um auch schnell von unterwegs aus einen Überblick über unsere Kontostände zu erhalten, nutzen wir zusätzlich Outbank. Die kostenlose Software ist für macOS- und Windows-Systeme verfügbar, zudem gibt es eine App für Android- und iOS-Smartphones, die sich automatisch über die Cloud synchronisiert. Im Gegensatz zu MoneyMoney ist die Banken-Unterstützung nicht ganz so gut, dafür ist das Tool völlig kostenlos.

MoneyControl

Für weitreichendere Analysen mit einer schick aufbereiteten Optik nutzen wir außerdem das Haushaltsbuch MoneyControl, wo wir diszipliniert alle Ausgaben und Einnahmen eintragen. Dank einer Smartphone-App funktioniert das sogar bequem von unterwegs aus.

Portfolio Performance

Deutlich umfangreicher mit Blick auf die Analyse-Funktionen und Kennzahlen ist Portfolio Performance. Hier lässt sich die tatsächliche Entwicklung der Performance in einem Verlaufsgraph, die Entwicklung der Dividenden-Ausschüttung in einem Balkendiagramm, die Asset-Allocation in einem Kuchendiagramm darstellen und natürlich auch umfangreiche Kennzahlen wie der größte Drawdown, die längste Drawdown-Phase, die Volatilität, der interne Zinsfuß, die Entwicklung auf Monats- und Jahresbasis oder die eigene Dividenden-Rendite auslesen.

Hierfür muss man jedoch diszipliniert alles gewissenhaft per Hand eintragen. Von gängigen Depotbanken wie der comdirect, Scalable Capital oder der ING können allerdings die Abrechnungen für Käufe, Verkäufe und Dividenden-Zahlungen importiert werden. Der Vorteil: Dank der händischen Eintragung lassen sich so sogar Kryptowährungen oder P2P-Kredite eintragen. Wir verwenden Portfolio Performance tagtäglich und führen dort all unsere Tages- und Festgeldkonten, Depots, Krypto-Wallets und P2P-Konten, die für unsere langfristige Geldanlage relevant sind.

Portfolio Performance ist quasi das Schweizer Taschenmesser der Tracking-Tools und das sogar völlig gratis!

DivvyDiary

Als Dividenden-Anleger ist die Protokollierung der Ausschüttungen natürlich sehr wichtig. Hierfür nutzen wir DivvyDiary. Einmal alles eingetragen, stellt das Tool grobe Analysen über alle Zahlungen in der Vergangenheit und Zukunft an und gibt uns so einen Überblick, welche Zahlungen in diesem Monat und in welcher Höhe anstehen. Vorteil: Wer zusätzlich Portfolio Performance nutzt, kann die Daten automatisch zu DivvyDiary übertragen und spart sich so dessen Eintragungen!

Rentablo

Wer möglichst wenig Aufwand haben möchte, der sollte einen Blick auf Rentablo werfen. Hier kann das Depot über den PSD2-Zugriff mit Rentablo verbunden werden, um alle Transaktionen automatisch übertragen zu können. Dann können zahlreiche interessante Statistiken eingesehen werden.

CoinTracking

Für die Performance-Messung unseres Krypto-Portfolios nutzen wir CoinTracking. Die Plattform unterstützt einen API-Abruf zu bekannten Börsen wie Crypto.com oder Binance, erlaubt aber auch den Import von CSV-Dateien. Jeder Ausgang, jeder Eingang, jeder Staking-Bonus und jeder Airdrop können so mehr oder weniger automatisch eingetragen und berücksichtigt werden. Wie bei Portfolio Performance oder Rentablo gibt es einige spannende Analysen und Kennzahlen, wobei sich CoinTracking vollautomatisch die aktuellen Kursdaten aller Coins zieht.

Besonders praktisch: Es lässt sich am Jahresende sogar ein Steuerreport ziehen, den das Finanzamt akzeptiert. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

TIKR Terminal

Für all diejenigen, der gerne tiefer in Aktienanalyse einsteigen und nicht den exorbitant hohen Preis des Bloomberg-Terminals bezahlen wollen (oder können), noch ein echter Geheimtipp: Das TIKR Terminal. Hier gibt es zu jeder Aktie nicht nur aktuelle Preischarts, sondern auch Ticker-Meldungen mit den neusten Nachrichten zum Unternehmen, Bilanzkennzahlen in übersichtlichen Tabellen oder Besitzverhältnisse großer Anteilseigner. Die Informationsvielfalt ist gewaltig!

Das Beste daran: Nach einer kurzen Anmeldung ist das TIKR Terminal völlig kostenfrei!

Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

Alle Beiträge ansehen von Andreas Stegmüller →