3. Dezember 2022

Der Umgang mit großen Beträgen wird trainiert

Wer sein Geld an der Börse anlegt oder gar im kurzfristigen Börsenhandel an den Futures-Märkten aktiv ist, der hat es ständigen Schwankungen ausgesetzt. Je höher das investierte Kapital oder die Trade-Position ist, desto schneller steigen absolut gesehen die Beträge. Während am Anfang einer Anleger-Karriere verhältnismäßig wenig Geld im Depot steckt, sind es nach Jahrzehnten oder bis zum offiziellen Renteneintritt schon deutlich mehr. Wer regelmäßig ein paar Hundert Euro auf die Seite packt, kann bis dahin mehrere hunderttausend Euro angespart haben. Ein Rücksetzer in den Märkten, macht sich dann stärker bemerkbar.

Ich erinnere mich noch an meinen ersten größeren Rücksetzer an den Börsen. Damals verlor ich nach nur wenigen Wochen bis Monaten etwa 50 Euro meines investierten Kapitals. Als junger Teenager malte ich mir aus, was ich mit diesen 50 Euro alles hätte anstellen können. Ich hätte mir ein leckeres Abendessen beim Italiener oder einen Party-Abend im Club gönnen können. Doch dieses Erlebnis blieb mir verwehrt, denn die 50 Euro waren bereits weg. Natürlich blieb ich am Ball, investierte weiter eisern per Sparplan und konnte so mit meinem Depot schnell wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Außerdem erinnere ich mich an meinen ersten Einmalkauf in Höhe von knapp über 1.000 Euro. Ich war ziemlich angespannt, fast schon etwas nervös und überprüfte alle Eingaben mehrfach, um keinen Fehler zu machen. Heute sind größere Einmalkäufe keine große Sache mehr und ich lache fast schon über meinen damaligen 50-Euro-Buchverlust. Allein meine täglichen Schwankungen übersteigen diese Summe inzwischen bei weitem.

Beim Corona-Crash im Februar 2020 hatte ich fast ein komplettes Jahresgehalt verloren und konnte trotzdem müde lächeln – ich tätigte sogar mehrfach größere Einmalkäufe.

Der Grund: Dadurch, dass ich Monat für Monat dreistellige Summen angespart hatte, wuchsen mein Vermögen und die Schwankungen in absoluten Zahlen kontinuierlich schneller. Es stellte sich fast schon ein Gewöhnungseffekt für kleinere Summen ein. Hinzu kommt die Routine und das Sammeln von Erfahrungen, was mir zusätzliche Sicherheit gibt, standhaft zu bleiben.

Der Umgang mit Verlusten und Schwankungen wird normal

Gleiches gilt natürlich für das Daytrading: Da nicht alle Trades aufgehen, muss ich jeden Handelstag mit Verlusten umgehen können und trotzdem weiter machen. Ich weiß durch mein Research und meine Erfahrungen, dass die Strategien und Setups langfristig funktionieren und ich mich darauf verlassen kann. Das funktioniert jedoch nur, weil ich abertausende Stunden vor den Charts gesessen bin, Analysen angestellt und den Markt einfach nur beobachtet habe. Nur wer Erfahrungen macht, kann von ihnen lernen und wird von Zeit zu Zeit besser. Der tägliche Umgang mit Schwankungen wird von Zeit zu Zeit antrainiert.

Inzwischen kann ich sagen, dass ich mir den Umgang mit immer größeren Summen angewöhnt habe. Heute sind selbst größere Schwankungen in vierstelliger Höhe für mich nichts Besonderes mehr und ich bin mir sicher, dass dies bald auch mit fünfstelligen Summen so sein wird. Es wird zur Normalität.

Keyfacts

  • wer regelmäßig spart, baut immer mehr Vermögen auf
  • … und erhöht damit absolut gesehen die Kurs-Schwankungen
  • Erfahrung bringt die Sicherheit
  • … die gibt es jedoch nur, wenn man handelt

Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

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