Die Zahl der Aktionäre in Deutschland sinkt wieder

Wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) kürzlich bekannt gab, waren hierzulande 2021 knapp 12,1 Millionen Menschen in Aktien, Aktienfonds oder aktienbasierten ETFs investiert. Damit ist Zahl der deutschen Aktionäre nach einem kräftigen Anstieg zu Beginn der Pandemie wieder gesunken. Etwa 280.000 Anlegerinnen und Anleger verabschiedeten sich von den Märkten. Ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei rund 12,4 Millionen. Der Höchststand wurde 2001 mit 12,9 Millionen Menschen erreicht. Die neuste Zahl entspricht allerdings noch immer dem dritthöchsten Stand seit Beginn der Erhebung durch das Institut im Jahr 1997.

Den größten Anteil unter den Aktiensparern macht die Gruppe der über 60-Jährigen aus, die alleine 3,95 Millionen Aktionäre stemmt. Danach geht es in 10er-Schritten kontinuierlich nach unten. Allgemein gilt: Je weiter unten man sich in der Altersstruktur bewegt, desto weniger Aktiensparer gibt es. Immerhin: In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen gab es weiterhin Zugänge, wohingegen in der Altersklasse von 30 bis 39 Jahren ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Vor allem die 40- bis 49-Jährigen trennten sich von ihren Depots.

Die rückläufigen Zahlen erklärt das Deutsche Aktieninstitut damit, dass die Anleger nach den Kurssteigerungen der letzten Monate Gewinne mitnahmen und nicht direkt reinvestierten. Zudem hätten Neueinsteiger das Gefühl gehabt, den richtigen Einstieg verpasst zu haben. Den gibt es nicht, wie unsere Leser wissen.

Überwiegend Fonds sind gefragt

In Aktien und Fonds investieren weiterhin überwiegend Männer. Der Frauenanteil beläuft sich auf gerade einmal 4,3 Millionen, wohingegen 7,8 Millionen der Männer ihr Geld an den Börsen anlegen. Gerade Frauen sind jedoch häufig von Altersarmut bedroht. Mehr als die Hälfte beider Geschlechter setzt überwiegend auf Fonds, nur etwa 12 bis 19 % setzen zusätzlich auf Einzelwerte. Ausschließlich in Aktien investieren nur die wenigsten.

Für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind Aktienanlagen vor allem mit Blick auf das Niedrigzinsumfeld unverzichtbar. Wer breit gestreut und vor allem langfristig agiert, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Trotzdem muss die Politik das Aktiensparen endlich für die Menschen attraktiver machen oder diese zumindest im Rentensystem tief verankern.

Keyfacts

  • die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist wieder gesunken
  • in Deutschland vertraut man überwiegend auf Fonds
  • Männer investieren verstärkt, Frauen weniger
  • höheres Risiko ist für die Altersvorsorge unabdingbar

Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

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