4. Februar 2023

Frohe Weihnachten 2022!

In diesen Tagen geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Zwölf Monate, die turbulenter nicht hätten sein können, zwölf Monate, die für viele die reinste Achterbahnfahrt der Gefühle waren. Seit dem 24. Februar 2022 ist die Welt in Europa nicht mehr so, wie sie es vorher war. Es herrscht Krieg in der Ukraine, losgetreten durch Wladimir Putin und Russland. Seit über 300 Tagen werden Angriffe auf ein freies, demokratisches Land gefahren, dessen Nation nichts anderes wollte als ein friedliches und respektvolles Miteinander. Ein Volk, das nun seine Werte, vor allem sein bisheriges Leben und seine Familien verteidigen muss.

Russland greift nicht nur militärische Ziele an, sondern die gesamte Infrastruktur des Landes. Jeden Tag müssen Menschen sinnlos sterben. Jeden Tag gibt es neues Leid, weil Menschen ihre Wohnungen verlieren oder tagelang ohne Strom und Heizung ausharren müssen. Jede Sekunde muss mit neuen Angriffen gerechnet werden. Die Ukrainer sind umgeben von ständiger Angst. Ein besinnliches Weihnachtsfest wie noch ein Jahr zuvor kann es für sie nicht geben.

Hilflosigkeit und Enttäuschung

Als einfacher Bürger fühlt man sich machtlos, oft sogar enttäuscht über das eigene Land, das mehr für die Ukraine tun könnte. Es bedurfte langatmiger Debatten, bis Deutschland endlich die ersten Verteidigungswaffen lieferte. Erst die Zerstörung der Gaspipelines machte deutlich, wie sehr man sich in den letzten Jahrzehnten energiepolitisch von Russland abhängig gemacht hatte und gab den Weckruf, endlich nach Alternativen zu suchen. Zwar wurden schnell wirtschaftliche Sanktionen gegen den Aggressor ausgesprochen, jedoch sind längst nicht alle Wege und Mittel ausgeschöpft. Die anfängliche Euphorie, die die neue Ampel-Regierung nach ihrem Antritt ausstrahlte, scheint verflogen.

Als wäre das alles nicht schon aufwühlend genug, gab es noch einige weitere Schlagworte in diesem Jahr, die emotional ein richtiges Auf und Ab waren. Da wären die Zeitenwende von Bundeskanzler Olaf Scholz, die zahlreichen Entlastungspakete von Christian Lindner, die das Problem im Kern nicht beheben werden, aber auch eine Fußballweltmeisterschaft in einem Land, das keinerlei Wert auf Menschenrechte legt, oder zahlreiche Naturkatastrophen, die den Klimawandel offenbaren. Dann war da noch ein Korruptionsskandal auf höchster EU-Ebene, der kein gutes Bild auf unsere Werte und die westlichen Demokratien abgibt. Unsere Gesellschaft ist geprägt von Doppelmoral und purem Aktionismus, der undurchdacht gießkannenartig agiert. Das muss sich ändern!

Man selbst kann den Unterschied machen

Häufig sind es jedoch gerade die kleinen Dinge im Leben, die uns und unsere Gesellschaft besser machen: Seien es ein freundliches Lächeln an der Supermarkt-Kasse oder ein herzliches Dankeschön gegenüber der Bedienung im Lokal. Mehr Vernunft, Solidarität und Eigenverantwortung tun allen gut. Eine Gemeinschaft ist nur so stark, wie das schwächste Glied. Es bringt nichts, wenn sich jeder selbst der nächste ist.

Den Menschen in der Ukraine können wir zumindest ein kurzzeitiges Lächeln schenken, in dem wir ihnen ein Weihnachtsgeschenk mit wichtigen Dingen des Alltags bereiten: Haltbare Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und vielleicht ein bisschen weihnachtliches Gebäck oder ein Kuscheltier für die Kinder. Die Deutsche Post verschickt solche Hilfspakete kostenlos in die Kriegsregion. Vielerorts kann man ebenfalls helfen: In nahezu jeder Stadt wird für die Ukraine gesammelt – händeringend gesucht werden zum Beispiel Stromgeneratoren. Natürlich kann auch mit Geldspenden unterstützt werden.

Achten wir mehr auf die, die nicht das Glück haben, friedlich zusammenleben zu können und stets aufgefangen zu werden. Kümmern wir uns um die, deren Schultern schwächer sind als unsere. Wenn wir uns verändern, verändern wir alles!

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

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