3. Dezember 2022

Jeden Monat Einkommen kaufen

Wer in Dividenden-Aktien, Reits, P2P-Kredite oder in das Staking investiert, der erkauft sich mit seinen Investments regelmäßige Einnahmen, für die er im Gegensatz zu einem normalen Arbeitsverhältnis nicht aktiv arbeiten muss. Die Zahlungen erfolgen völlig automatisch und ohne Zutun des Investors – meist erfolgen sie sogar nachts, wenn der Inhaber der Anteile schläft.

Im normalen Arbeitsverhältnis muss stets Wissen und Zeit gegen Geld getauscht werden. Wer investiert, wird zwar auch weiterhin eine lange Zeit davon abhängig bleiben, kann sich so aber ein stattliches Nebeneinkommen sichern, das in der Rente vielleicht sogar ausreicht, um die monatlichen Ausgaben zu decken und ohne auf etwaige Rentenzahlungen des Staates angewiesen zu sein.

Mir persönlich ist es wichtig, möglichst viele passive Einkommensquellen zu haben und möglichst viel Geld meines Gehaltes in solche Investments zu stecken. Je mehr passive Einnahmen ich habe, desto unabhängiger werde ich – ob von Staat, Vermieter oder dem Arbeitgeber. Meine Zeit bekomme ich nie wieder zurück, Geld hingegen kommt und geht und kann jeder Zeit neu verdient werden.

Aktien, ETFs und Reits

Dividenden-Aktien, ausschüttende ETFs und Fonds sowie Immobilien-Reits sind sicherlich die Klassiker der passiven Einkommens-Quellen. Hier investiert man in Unternehmen, die ihre Anteilseigner regelmäßig an den Gewinnen beteiligen und diese an sie ausschütten. Bei deutschen Titeln passiert das in der Regel einmal im Jahr, überwiegend amerikanische Titel schütten quartalsweise aus. Vereinzelt gibt es sogar Monatszahler. Mit einer breiten Streuung und den Fokus auf Dividenden-Titel kann man so einen regelmäßigen Cashflow von Monat zu Monat aufbauen.

Doch ganz so leicht wird es nicht: Je nach Titel werden nur etwa 2 bis 4 % ausgeschüttet, was ein besonders hohes Anlagevolumen erfordert, um seine Kosten vollständig darüber decken zu können. Wer etwa 300.000 Euro in solche Assets investiert hat, erhält bei einer durchschnittlichen Ausschüttung von 3 % etwa 9.000 Euro pro Jahr, was rund 750 Euro monatlich entspricht.

Bekannte und beliebte Dividenden-Aktien sind beispielsweise 3M, Altria, Fresenius, Johnson & Johnson, LVMH, Nestle, Nike, Procter & Gamble, Royal Dutch Shell, Unilever oder Vonovia. Es gibt auch breit gestreute Dividenden-ETFs wie den Vanguard FTSE All-Word High Dividend Yield UCITS ETF, der zuletzt Ende September 3,01 % ausgeschüttet hatte und dies vier Mal im Jahr tut.

Zinseinnahmen aus P2P-Krediten

Natürlich gehören auch klassische Zinseinnahmen aus Fest- und Tagesgeld-Konten zu den passiven Einnahmen. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld, bei dem es in der Regel nicht einmal 0,01 % an Zinsen im Jahr gibt, ist diese Anlageklasse dafür allerdings nicht mehr zu empfehlen. Vielmehr sind es die P2P-Kredite. Hier verleiht man sein Geld an Kreditnehmer, in deren Land es entweder kein so gutes Kreditwesen gibt wie in Deutschland, oder aber an solche, die auf herkömmlichem Wege schlichtweg keine Kredite mehr erhalten. Damit sind natürlich deutlich höhere Zinssätze möglich, wenngleich das Risiko weitaus höher ausfällt. Ein Totalverlust ist theoretisch möglich.

Produkte wie Bondora Gow & Grow investieren breit gestreut in verschiedene solcher Kredite und verteilen das Risiko auf mehrere Investoren. Dafür wird die Rendite beschnitten und auf derzeit 6,75 % pro Jahr festgesetzt. Die Zinsen werden sogar täglich ausbezahlt, das Geld ist gegen eine Auszahlgebühr von einem Euro wie auf einem Tagesgeldkonto täglich verfügbar.

Wer 400 Euro darin investiert hat, bekommt jeden Tag 7 Cent gutgeschrieben. Bei einem Investment von etwa 5.600 Euro ist es ein ganzer Euro pro Tag. P2P-Kredite sind damit eine lohnenswerte Beimischung für den monatlichen Cashflow.

Staking von Stablecoins

Auf dem Krypto-Markt kann man seine Coins zu teils hohen Zinssätzen verleihen. Besonders attraktiv sind sogenannte Stablecoins, die beispielsweise eine klassische Fiat-Währung wie den US-Dollar abbilden und damit weniger Schwankungsrisiko haben. Wir machen das auf der Plattform von Crypto.com, wo wir in Zusammenhang mit der grünen Karte, für die wir einmalig CRO-Coins im Gesamtwert von 3.500 Euro hinterlegen mussten, 12 % pro Jahr an Lending-Zinsen einstreichen können. Das entspricht etwa 1 % pro Monat.

Wer 400 USDC angelegt hat, bekommt so pro Monat 4 USDC gutgeschrieben, die anteilig im wöchentlichen Rhythmus gutgeschrieben werden, dabei jedoch für drei Monate nicht zugänglich sind. Bei kürzerer Anlage und mit günstigerem Karten-Stake lassen sich aber noch immer 6 bis 10 % APY erzielen.

Vermietung, Buchverkauf oder Blog

Regelmäßige Einnahmen, für die man nicht aktiv seine Zeit eintauschen muss, lassen sich beispielsweise auch über die Vermietung von Immobilien oder Wohneinheiten generieren. Ganz so passiv ist diese Form allerdings nicht. So muss man als Ansprechpartner für seinen Mieter stets erreichbar sein und nach einem Auszug hat man Leerstand, um den man sich kümmern muss. Über die Jahre hinweg fallen Reparaturen und Renovierungen an, um die man sich kümmern muss. Einmal kaufen und stetig einen passiven Cashflow erhalten, ist nicht.

Beim Verkauf eines Buches muss dieses zunächst erst einmal geschrieben und gedruckt werden. Ist diese Arbeit jedoch getan, lassen sich so durch den stetigen Verkauf über große Plattformen wie Amazon passive Einnahmen generieren, die jedoch wenig planbar sind. Ähnlich ist dies bei einem Blog: Einmal mit Inhalten bestückt, eröffnet er durch die weltweite Verfügbarkeit eine breite Leserschaft, die für stetige Einnahmen durch Werbung oder Provisions-Links sorgen kann. Doch auch hier muss man zunächst viel Arbeit reinstecken. Die Einnahmen kommen nicht von heute auf morgen.

Bei all diesen Vorschlägen gilt: Eine breite Streuung über mehrere Assets, Anbieter und Konten ist zwingende Voraussetzung, um das Ausfallrisiko der eigenen Einlage möglichst gering zu halten. Zu diesem Thema hatten wir bereits mehrere Artikel veröffentlicht.

Keyfacts:

  • bei passiven Einnahmen tauscht man nicht mehr Zeit gegen Geld
  • passive Einnahmen kommen stetig und ohne Zutun des Investors
  • es gibt viele verschiedene Möglichkeiten
  • manche erfordern großen Initial-Aufwand oder viel Budget
  • Einkommen kaufen bringt langfristig mehr als Konsum

Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

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