Bitaxe Ultra: Effizienter OpenSource-Miner aus der Community

Der Nerdminer v2 ist ein absolut nerdiges Gadget, mit dem man spielerisch in die Welt des Bitcoin-Minings eintauchen kann. Das Gerät kostet gerade einmal 40 Euro*, ist nicht viel größer als ein USB-Stick und besitzt ein Farbdisplay, das über den aktuellen Mining-Prozess informiert, aber auch viele spannende Parameter zum Bitcoin-Netzwerk liefert. Mit etwas Glück hat man Ende die Chance auf satte Bitcoin-Rewards. Das Feedback auf den Artikel war enorm: Ich durfte mehrere dieser kleinen Miner für andere bestellen und in Betrieb nehmen. Ich brachte sie so dazu, sich mehr mit Bitcoin zu befassen.

Doch es geht noch besser und das in vielerlei Hinsicht: Mit dem Bitaxe Ultra. Dabei handelt es sich wie bei einem Raspberry Pi, welchen wir für die Bitcoin-Fullnode einsetzen, um einen kleinen Einplatinencomputer, der mit einem der effizientesten und schnellsten ASIC-Chips bestückt ist. Das macht den Bitaxe Ultra nicht nur etwa zehn Millionen Mal schneller als den Nerdminer v2 und erhöht somit die Chance auf einen Block-Reward erheblich, sondern trägt obendrein zur weiteren Dezentralisierung des Bitcoin-Netzwerkes bei.

Dezentralisierung des Mining-Marktes

Der Mining-Markt von Bitcoin wird von nur wenigen Unternehmen dominiert, die entsprechend leistungsfähige Hard- und Software bereitstellen und entwickeln. Wer profitabel und effizient minen möchte, muss deren geschlossene Systeme einsetzen, was sich die Anbieter natürlich teuer bezahlen lassen. Die Preise hierfür erreichen schnell mehrere Tausend Euro.

Die Bitcoin-Community wäre nicht die Bitcoin-Community, wenn sie nicht auch für dieses Problem eine Lösung finden wollen würde. Unter der Federführung von Skot hat sich die Community einen solchen Miner vorgenommen, die Chips bis ins kleinste Detail analysiert und über eine eigene OpenSource-Software nutzbar gemacht.

It's safe to say the bitaxeUltra is working! Single BM1366 ASIC (from the S19XP) running at 527 GH/s and 20 J/TH. Open source everything.

Massive props to the Open Source Miners United crew for figuring this one out! pic.twitter.com/ankCQha58L

— skot (@skot9000) August 21, 2023

Der Bitaxe Ultra ist im Grunde genommen eine eigens entwickelte Platine, die jeder selbst drucken lassen und anhand der Teileliste mit den notwendigen Kondensatoren und Widerständen bestücken kann. Aufgelötet wird ein einziger dieser Chips, welcher aus Altbeständen und ausrangierter Minern stammt. Rund 100 Euro kostet alles zusammen. Fertig zusammengebaute Kits mit Netzteil, Kühler und Gehäuse liegen bei rund 200 Euro.

Das macht Bitcoin-Mining erschwinglicher, reduziert den Hardwareschrott und sorgt sogar dafür, dass sich durch die Beteiligung von immer mehr Entitäten, das Mining weiter dezentralisiert, da jeder selbst und von überall auf der Welt kostengünstig mitmachen kann.

Hocheffizientes Mining

Der Bitaxe Ultra setzt auf den ASIC-Chip BM1366 von Bitmain, welcher so zu hunderten im Antminer S19XP zum Einsatz kommt. Während Letzterer bei Vollbestückung mit elf Hashboards und jeweils zehn ASICs auf eine Hashrate von rund 140 TH/s sowie auf eine Leistungsaufnahme von 3.010 W kommt, begnügt sich der Bitaxe Ultra mit etwa 11 W und einer Hashrate von rund 450 GH/s. Damit kommt er wie der Antminer S19XP auf etwas mehr als 20 W/TH.

Das lässt sich sogar noch optimieren, da die Betriebsspannung des Chips sowie seine Taktrate angepasst werden können. Standardmäßig wird der BM1366-ASIC bei 1,2 V mit 485 MHz betrieben. Mit ein bisschen Ausprobieren können die Spannung über die Software auf 1,3 V und der Takt auf bis zu 575 MHz erhöht werden. In unseren Tests konnten wir bei 1,215 V eine Geschwindigkeit von 500 MHz erreichen, womit zeitweise sogar eine Hashrate von 500 bis teilweise sogar 600 GH/s drin sein kann. Die Leistungsaufnahme steigt dann auf etwa 12,0 bis 12,5 W steigt.

Das ist weitaus mehr als beim Nerdminer v2, der nach einem Softwareupdate auf rund 75 KH/s bei rund 1,5 W kommt.

Es bleibt ein Lotterielos

Damit erhöht sich die Chance, einen Block zu finden erheblich. Geht man davon aus, dass sich die Hashrate des gesamten Bitcoin-Netzwerkes alle zwei Jahre verdoppelt und man gewillt ist, den Miner durchgängig über zehn Jahre hinweg laufen zu lassen, liegt die Chance für das Finden eines Blocks bei 1 zu ca. 7.500 über den gesamten Zeitraum. Heruntergebrochen auf jeden Block bei 1 zu ca. 1,1 Milliarden. Über den gesamten Zeitraum liegt die Wahrscheinlichkeit bei 0,013 %. Beim Nerdminer v2 sind es nur 0,000000002 %.

Man spielt quasi alle zehn Minuten Lotto. Aktuell gibt es für jeden gefundenen Block 6,25 Bitcoin zuzüglich aller angefallenen Transaktionskosten des Blocks. Voraussichtlich im April wird das nächste Halving vollzogen werden, womit sich die Ausschüttungsquote auf 3,125 Bitcoin halbiert.

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  • Gladstein, Alex (Autor)

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Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

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