3. Dezember 2022

Konsum mit Dividenden: So viele Aktien werden benötigt

Wer in Einzelaktien investiert und sich mithilfe von Dividenden-Titeln durch regelmäßige Ausschüttungen einen zusätzlichen Cashflow aufbauen möchte, der bekommt gleich mehrere Motivationsbonbons geschenkt. Zum einen motivieren die regelmäßigen Zahlungen dazu, immer weitere Sparraten zu tätigen und diese im Optimalfall sogar kontinuierlich zu steigern, um noch mehr Firmenanteile erhalten zu können. In Krisenzeiten melden sich Unternehmen durch ihre Ausschüttungen zurück, die in der Regel immer auf dem Vorjahr basieren, was es einem leichter macht, in schweren Zeiten durchzuhalten.

Außerdem kann man sich mithilfe von Dividendentiteln ein weiteres Motivationsziel setzen: Durch meine Aktieninvestments möchte ich mir mein Streaming-Abo jeden Monat oder den Burger und den Kaffee bezahlen. Durch das Investment in eine Firma kann man deren Produkte nämlich ein Leben lang kostenlos abgreifen. Doch dafür braucht es teilweise sehr viel Geld.

Hohe Investments sind teilweise Voraussetzung

Wer zum Beispiel einmal im Monat einen Caramel Macchiato bei Starbucks über seine Dividenden bezahlen möchte, der benötigt bei einem Aktienpreis von 87,15 Euro und einer Dividendenrendite von 2,07 % 36 Anteile, was einem Investment von etwa 3.138 Euro entspricht. Das monatliche Ben-&-Jerry’s-Eis ist aufgrund der höheren Dividendenrendite von Unilver etwas leichter zu erreichen. Um die dafür notwendigen 5,99 Euro im Monat über die Ausschüttungen aufzubringen, muss man mindestens 2.189 Euro investiert haben. Der monatlich Big Mac von McDonald’s wird da mit einem Investment von 5.513 Euro schon etwas schwieriger.

Das Office-Abo von Microsoft oder das Musikstreaming-Angebot von Apple kann man sich so ebenfalls finanzieren, braucht dann jedoch rund 10.000 bis fast 22.000 Euro für die Aktienpositionen. Der kleinste Mobilfunktarif der Deutschen Telekom kann derzeit mithilfe von 720 Anteilen und einer Investition von knapp über 12.000 Euro bezahlt werden. Richtig lange sparen muss man für den monatliche Sneaker oder die monatliche Champagner-Flasche von LVMH. Hierfür braucht es satte 155.000 bis 177.500 Euro. Wer sich nur einmal jährlich den Sportschuh oder den Alkoholgenuss gönnen möchte, dessen Investment muss etwa 14.800, bzw. 13.000 Euro betragen.

Ein paar Beispiele:

UnternehmenProduktPreisAktienkursDIVeAnzahl AktienInvestment
StarbucksCaramel Macchiato5,25,-87,15,-2,07 %363.138,-
McDonald’sBig Mac5,29,-229,70,-2,18 %245.513,-
UnilverBen & Jerry’s Eis5,99,-45,60,-3,88 %482.189,-
MicrosoftMicrosoft 365 Single7,00,-276,45,-0,80 %369.952,-
AppleApple Music9,99,-152,75,-0,55 %14421.966,-
Deutsche TelekomMagenta Mobil S39,95,-16,75,-4,05 %72012.060,-
NikeAir Force 1129,99,-130,85,-0,88 %1.356177.433,-
LVMHDom Pérignon Vintage 2012199,00,-718,00,-1,54 %216155.088,-

Zu beachten ist außerdem: In Deutschland sind Dividendenzahlungen nach einem Freibetrag in Höhe von 801 Euro für Singles steuerpflichtig, was das Investment noch höher macht. Die hier gezeigte Darstellung fand ohne Berücksichtigung der Steuer statt. Eine Alternative zu Bargeld-Zahlungen können im Übrigen Sachdividenden sein.

Wie mache ich es?

Auch ich nutze Dividenden als zusätzliches Motivationshäppchen, rechne jedoch anderes. Ich habe meine jährlichen Monatsausgaben, wie Miete, Versicherungen, Strom oder Telekommunikation auf den Tag heruntergebrochen und streiche mir immer dann einen Tag im Kalender an, wenn meine Dividendenzahlungen den nächsten Tag finanziert haben. So weiß ich immer, wie viele Tage ich im Jahr schon überbrücken kann, ohne auf andere wie den Arbeitgeber angewiesen zu sein. Ich führe also eine Art Freiheitskalender, der jedes Jahr von Neuem beginnt und jedes Jahr mehrere Tage zusätzlich abdeckt.

Keyfacts

  • über die Bardividende lassen sich theoretisch Produkte eines Unternehmens kostenfrei konsumieren
  • doch dafür benötigt es teilweise recht hohe Positionsgrößen von mehreren tausend Euro
  • es kann jedoch ein gutes Motivationsbonbon sein, weiter am Ball zu bleiben
  • ich führe eine Art Freiheitskalender

Andreas Stegmüller

Ist Gründer und Betreiber dieses Blogs. Hat während seiner mehr als zehnjährigen Redakteurs-Laufbahn schon für mehrere große Medien zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. Die Börse ist seit 2016 seine Leidenschaft.

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